Man muss schon ganz schön bescheuert sein, wenn man im Februar nach Dänemark fährt. Zu der vermuteten Eiseskälte an der Küste kam dann auch noch massig Schnee. Aber aufgrund der Bodenfreiheit des Cachemobils und dem Vorhandensein von Schneeketten machte ich mir um die Fahrerei keine Sorgen und die 700 Kilometer bis Vejlby Klit verliefen ohne Probleme – abgesehen von den letzten 5km Nebenstraße korz vorm Ziel.

Nebenstraßen in Dänemark
Aber die erste Überraschung erwartete uns schon. Der Vermieter erzählte uns bei der Schlüsselübergabe, daß es in der letzten Nacht ein Erdbeben mit Stärke 4,7 gegeben habe. Ich wollte es kaum glauben, aber ein Zeitungsbericht bestätigte es. Nachbeben blieben aber aus. Vom Vermieter erhielten wir Schlüssel und Unterlagen, sowie einen Zettel mit folgenden Text:
Bitte besorgen Sie Lebensmittel für mehrere Tage, falls Sie einschneien. Denken Sie auch an genug Brennholz, falls der Strom einmal ausfällt!
Wir befolgten diese Ratschläge umd richteten uns auf ein paar lange Tage im Ferienhaus ein. Der Schnee lag hier wirklich im Schnitt 50-100cm hoch und immer wieder gab es auf den kleinen Straßen Verwehungen, die ab er zum Glück die Bauern mit ihren Traktoren täglich räumten. Und so konnten wir neben den üblichen touristischen Tätigkeiten auch dem Geocachen nachgehen. Letzteres gestaltete sich aber doch aufgrund der Schneemassen als sehr schwierig.
Die (meist) gefundenen Caches im Einzelnen:
26.02.
GC1MPF2 U20
Zum Glück ist Spoilern erlaubt. Das Listing zu diesem Cache ist wirklich ellenlang und in ein fürchterliches Deutsch übersetzt. Dafür aber ist der Cache selbst wirklich Klasse. Mitten in den Dünen steht auffällig unauffällig ein Eisenprofil an dem ein komischer Kasten befestigt ist. Oben aus dem Kasten schaut ein ca. 15cm langer und 1cm dicker Antennenstab heraus. Beschriftet ist dieses offensichtlich wissenschaftliche Gerät mit “GPS-Sender”. Der Geocacher erkennt natürlich sofort den Fake, der Muggel hingegen staunt und geht weiter.
GC1M10A Ferring Sø # 6 bådplads
Ein DNF! Beim Betrachten des Fotos erklärt sich das. Hint: Unter Steinen.

25.02.
GC1NYW7 Atlantvolden1
Ein klassischer Nordsee-Bunkercache. Man ließt den Hint, kriecht in den Bunker, der bis 30cm unter die Decke mit Sand gefüllt ist, gräbt 1m tief an einer bestimmten Stelle (man hat ja den hint gelesen), dreht sich erschöpft um und sieht den Cache hinter sich liegen.

23.02.
GC1JCC1 THYBORØN FÆSTNINGEN
Strahlender Sonnenschein. Kaum Menschen unterwegs, Eisschollen im Wasser, hier wo die Nordsee auf den Limfjord trifft. Ein Bunker, ein Loch im Beton – darin der Cache, jedoch unerreichbar unter einem fetten Eispanzer. Da half nur ein Foto um eine Logerlaubnis vom Owner zu bekommen.


GC1MPJN Victoria Street Station
Mein Lieblingscache! 2x angefahren, das erste mal wegen Fehlbedienung des GPSr. Beim 2. mal dann tatsächlich und ganz einfach gefunden (danke Leiste!).


GC1M0ZP Ferring Sø # 1 Udsigt punkt
Vom Aussichtspunkt aus hätte man einen wunderschönen Blick über den Ferringsee – wäre er nicht von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Hier wartete ein Leitplankenmicro auf uns, den wir mit Werkzeug aus seinem eisigen Versteck herausholen mussten. Das Logbuch war ein Klumpen aus Eis und Papier, so blieb mir nichts anderes übrig, als mit einem Foto zu loggen.



GC1M111 Traditional CacheFerring Sø # 9 Bro
Ein weiterer Leitplanken-Micro. Nichts Besonderes, aber er lag auf der Route.
GC1NYYY ATLANTVOLDEN 4
Zweifelsohne die schönste Cachelocation im ganzen Urlaub. Hier bei den Steilklippen wollten wir den Sonnenuntergang genießen und den Tag ruhig ausklingen lassen. Zu unserem Erstaunen wurde dieser sonst so ruhige Ort von einer afrikanischen Bongotruppe belagert – sie suchen wohl eine besondere Location und fanden sie hier. Aber keine 5 Minuten nach unserer Ankunft verschwanden alle in einem Sixt-Transporter mit Münchener Kennzeichen. So hatten wir die Steilklippen, den Leuchtturm und den Sonnenuntergang für uns alleine. Als der glühend rote Ball dann in der Nordsee versank, pickte ich den letzten Micro des Tages aus dem gefrorenen Boden – natürlich an einem Bunker.



22.02.
GC1MP1W Drivvejen
Dieses war der erste gefundene Cache im Urlaub. Nach etlichen, wegen der Schneehöhe abgebrochenen Suchen hier nun endlich ein Fund. Massen an Schnee wurden bewegt bis die Filmdose freigelegt wurde.
GC1NXHX Vrist Station
Auch hier gab es natürlich wieder einen Micro zu suchen. Eine Bahnstation wie auch die Victoria Street Station. Irgendwie süß diese kleinen “Bahnhöfe”.
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