Im Juni letzten Jahres trat Enno Seifried an mich und viele andere Blog- und Forenbetreiber heran, um seinen Film “Geschichten hinter vergessenen Mauern” zu promoten, was ich gern tat. Diese Mühen seinerseits sind bei der Fortsetzung offensichtlich nicht mehr nötig. Die Nachricht von eben jener verbreitete sich gestern wie ein Laubfeuer. Fast jeder meiner Facebook-Freunde teilte den Link in seiner Timeline und auch bei GOCacher ist ein ausführlicher Beitrag zu lesen. Wir wünschen Enno mindestens den selben Erfolg wie beim ersten Teil!
Eigentlich hat das Thema dieses Artikels nicht sonderlich viel mit Geocaching – ja nicht mal mit Sachsen-Anhalt zu tun. Aber auch Groundspeak hat erkannt, daß Lost Places zur europäischen (eigentlich deutschen) Geocaching-Kultur dazugehören. Außerdem steckt ein Bisschen Sachsen ja auch in Sachsen-Anhalt. *g* Warum also nicht auch ein Artikel über einen Dokumentarfilm von Enno Seifried über Lost Places. Enno ist als (ehemaliger?) Geocacher ennozerus vielen Cachern bekannt. Wohl noch bekannter ist sein Beitrag zu der “Trau Dich”-Serie – nicht weniger als 24 Caches davon gehörten ihm!
Der Film hat jedoch kaum einen Bezug zum Geocaching, sondern widmet sich vorwiegend Zeitzeugenberichten der verschiedenen Locations. Natürlich kommen dabei Eindrücke des heutigen Zustands der Locations nicht zu kurz.
Das bemerkenswerte an diesem Filmprojekt ist, daß er ohne jegliche Fordergelder und gewerbliche Sponsoren entstanden ist. Auch gibt es keine kommerzielle Werbemaschinerie. Der Film wurde komplett über Visionbakery, einer Crowdfunding-Plattform finanziert – und das in unglaublichen 6 Tagen!
Die Produktion des fast 100minütigen Filmes begann im Mai 2011 und gut 11 Monate später, nämlich am 30.03.2012 findet die Premiere im Sowjetischen Pavillon auf der alten Messe in Leipzig statt – ein passender Ort zum Thema des Filmes!
Noch einen Tag lang kann man das Projekt unterstützen und sich eine Karte zur Premiere sichern!
Wem das nicht mehr gelingt, der muss sich noch bis Mitte/Ende April gedulden, denn dann kann er sich auch die Geschichten um die Leipziger Lost Places auf DVD gestampft mit nach Hause nehmen. Diese kann dann über die Webseite des Projekts geordert werden.
In Chemnitz stürzte ein 32-jähriger Cacher bei Lost Place – Alte Post Chemnitz aud 4m Höhe von einem Anbau und wurde schwer verletzt. Der Cache liegt auf dem Gelände eines alten Postgebäudes. Noch am selben Tag hat der Owner meiner Meinung nach das richtige getan: den Cache archiviert. Es ist anzunehmen, daß nun die Ordnungshüter künftig hier öfter mal vorbei schauen. Blöd, daß es nun wieder eine Negativschlagzeile mehr übers Geocachen gibt. Bleibt zu hoffen, daß der Verunglückte bald wieder genesen ist.
Wenn man schon öfter Lost Place Caches gesucht, oder zumindest deren Listings gelesen hat, dann kennt man Sätze wie zum Beispiel “Ihr sucht auf eigene Gefahr und jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich”. Das ist zwar generell richtig, doch der Owner solcher Caches ist damit wenn es hart auf hart kommt, nicht fein raus. Das zumindest zeigt der jüngste Fall, in dem sich ein Gericht mit einem Lost Place, dessen Owner und Cacher, die diesen Cache gesucht haben, befasst hat. Den ganzen Beitrag lesen »
Gerade eben habe ich im Blog von Neheimer gestöbert und einen nicht erfreulichen Artikel entdeckt. Dort heisst es unter anderem:
Vor einer Woche bekam ich von der hiesigen Kripo ein Vorladung wegen Hausfriedensbruch.
Also bin ich heute zur Kripo und habe mir das mal angehört.
Ich soll vor mehr als zwei Jahren einen Zaun überklettert haben um auf einen aufgegebenen Funkturm zu klettern.
Als Beweis wurde mir ein Logeintrag und ein Foto vorgelegt. Dann wurde mir mitgeteilt das auf Antrag de Staatsanwaltschaft Groundspeak den Nicknamen Neheimer bestätigt und ihnen meinem Realanamen geliefert hat.
Hätte er – wie er ja auch selber schreibt – kein Foto geschossen, wäre die Sache jetzt vielleicht nicht so gekommen. Aber man sollte auch mal über die rechtlichen Konsequenzen der eigenen Handlungen nachdenken. Muss ich auf einem Gelände einen Cache suchen (oder legen), bei dem Schilder das Betreten verbieten und/oder ein Zaun (auch wenn er kaputt ist) zeigt, daß hier Privatgelände beginnt? Faktisch jeder Lost Place hat einen Besitzer, auch wenn es “nur” das Bundesvermögensamt oder die Treuhandliegenschaftsgesellschaft ist.
Wenn das so weitergeht, haben wir hier bald amerikanische Verhältnisse. Das heisst: jeder Cacher muss für jeden seiner Caches eine Einverständniserklärung vom Grundstückseigentümer vorlegen. Vielleicht ist das ja gar nicht so verkehrt und dämmt die Schwemme der 0815-Micro-Caches genau so ein, wie die höher-schneller-weiter-komplexer-gefährlicher-”meiner-ist-der-extremste”-Caches etwas ein.
Und abschließend nur nochmal der Hinweis: DU als Owner bist selbst für deine Caches, und DU als Cacher selbst für dein Handeln verantwortlich! Dieser Fall zeigt, daß Groundspeak (und sicher auch andere Portale) dir nicht helfen werden oder gar eine Mitschuld tragen.
Ich hoffe, daß für Neheimer die Sache gut und glimpflich ausgeht.