Geocacher durch Jäger mit Waffe bedroht
Geocaching ist mittlerweile sehr oft in den Medien und ich spare es mir, hier jeden Presseartikel zu kommentieren. Was aber heute in der Volksstimme zu lesen war, schlägt dem Fass den Boden aus.
Da geht es um 2 geocachende Familienväter, die bei Ebendorf einen Cache in einem Baum loggen wollen. Sie fahren mit ihren Mopeds dort hin, einer von ihnen klettert hoch. In der Zwischenzeit taucht mit hoher Geschwindigkeit ein Fahrzeug auf, hält an und bezichtigt die beiden Cacher der Wilderei und machte laut dem einen Cacher einen aggresiven Eindruck. Plötzlich geht der Mann zu seinem Auto und kehrt mit seinem Jagdgewehr zurück und baut sich vor den Cachern auf. Auch wenn der Lauf des Gewehres nach oben zeigt, ist das für mich eindeutig eine Drohgebärde!
Der Geocacher im Baum und der Jäger setzten quasi zeitgleich einen Notruf ab – der eine, weil er sich bedroht fühlte, der andere scheinbar weil er 2 Wilddiebe zur Strecke gebracht hatte. Die herbeigerufene Polizeistreife begrüßte den Jäger mit Handschlag und schickte ihn nach Hause. Von den Geocachern wurden die Personalien kontrolliert. Die beiden Geocacher äußerten immer weider, daß sie Anzeige erstatten wollen, aber die Polizisten gingen darauf nicht ein. Am nächsten Tag erstatteten sie Anzeige auf einem Polizeirevier gegen den Jäger. Zugleich wurde eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Polizisten eingeleitet.
Den Artikel der Volksstimme findet ihr hier: http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/938475_Ich-sah-das-Jagdgewehr-und-hatte-Angst.html
Ich möchte auf die Geschehnisse gar nicht weiter eingehen und mir meinen persönlichen Kommentar auch verkneifen. Nur so viel: Wir schütteln immer fassungslos den Kopf, wenn darüber geredet wird, daß in weiten Teilen der USA quasi jeder eine Waffe besitzen darf. Man sollte sich aber auch mal fragen, ob Menschen die hier eine Waffenbesitzkarte und/oder eine Jagdlizenz haben, wirklich alle und ausnahmslos in der Lage sind, damit verantwortungsbewusst umzugehen!




